Nordseehelden

Coole Websites: wo man sie findet und was sie richtig machen

Gute Websites findet man auf Awwwards, dem CSS Design Award, Siteinspire und Godly. Was sie verbindet, ist selten der optische Effekt. Es sind schnelle Ladezeiten, eine klare Hierarchie und Bewegung, die etwas erklärt statt nur zu beeindrucken.

Die Sammlungen, die sich lohnen

Vier Adressen, die sich in der Ausrichtung unterscheiden:

  • Awwwards: täglich ausgezeichnete Seiten, technisch ambitioniert, oft überladen
  • CSS Design Awards: ähnlich, mit nachvollziehbarer Bewertung nach Kriterien
  • Siteinspire: nach Stil und Branche filterbar, ruhiger und praxisnäher
  • Godly: kuratiert, wenige Einträge, dafür durchweg brauchbar
  • Land-book: speziell Landingpages, gut für Aufbau und Textstruktur

Was gute Seiten gemeinsam haben

Wenn man dreißig ausgezeichnete Seiten hintereinander ansieht, fällt auf, wie wenig davon mit Effekten zu tun hat.

Es ist immer dasselbe: Sie laden schnell, meist unter einer Sekunde. Sie haben eine klare Blickführung, man weiß sofort, wo man hinschauen soll. Sie nutzen viel Weißraum, statt jede Fläche zu füllen. Sie verwenden zwei Schriftarten, nicht fünf. Und Bewegung passiert dort, wo sie etwas zeigt, nicht überall gleichzeitig.

Was sich auf eine Firmenseite übertragen lässt

Preisgekrönte Seiten kommen meist von Modemarken, Agenturen oder Technologiefirmen mit sechsstelligen Budgets. Deren Aufbau eins zu eins zu kopieren, geht schief. Diese vier Dinge funktionieren aber auch bei einem Tischlerbetrieb aus Schortens:

  • Große, ruhige Flächen statt vollgestopfter Startseiten
  • Eine einzige klare Handlungsaufforderung pro Abschnitt
  • Echte Fotos vom eigenen Betrieb in guter Qualität
  • Zwei Schriften, drei Farben, konsequent durchgehalten

Wo Preisträgerseiten scheitern

Ein großer Teil der ausgezeichneten Seiten lädt drei bis acht Sekunden, weil aufwendige Animationen im Hintergrund laufen. Für eine Modemarke, deren Besucher aus Neugier kommen, geht das. Für einen Betrieb, bei dem jemand mit einem kaputten Heizkessel nach einer Telefonnummer sucht, ist es die schlechteste denkbare Entscheidung.

Der zweite Schwachpunkt ist Bedienbarkeit. Preisgekrönte Seiten scheitern regelmäßig an Grundlagen: Kontraste, die man bei Sonnenlicht nicht lesen kann, Menüs, die nur bei Mausbewegung erscheinen, Text in Bilddateien. Was einen Preis gewinnt, muss nicht für alle nutzbar sein.

Ein besserer Maßstab als Preise

Schauen Sie sich Seiten von Betrieben Ihrer Größe an, in Ihrer Branche, in einer anderen Region. Also nicht bei der lokalen Konkurrenz, sondern zweihundert Kilometer weiter, wo niemand um dieselben Kunden ringt.

Prüfen Sie dabei drei Dinge: Wie schnell finden Sie die Telefonnummer? Verstehen Sie in zehn Sekunden, was der Betrieb macht? Und würden Sie dort anrufen? Das sagt mehr über brauchbare Gestaltung aus als jede Auszeichnung.

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