Was der Gratis-Tarif tatsächlich leistet
Sie bekommen eine funktionierende Website. Nicht eine Vorschau, nicht eine Demo, die nach 14 Tagen abgeschaltet wird. Kontaktformular, mobile Ansicht, Zahlungslinks und einfache Terminbuchung sind laut Tarifübersicht dabei (Stand August 2026). Für einen Verein, der seine Termine ins Netz stellen will, reicht das vollständig.
Wer behauptet, Gratis-Baukästen seien grundsätzlich unbrauchbar, hat entweder keinen benutzt oder verkauft etwas. Der Tarif tut, was draufsteht.
Grenze 1: Die Adresse ist nicht Ihre
Die Seite läuft unter einer Adresse, die auf jimdosite.com endet. Eine eigene Domain lässt sich erst ab dem Tarif Start verbinden; Jimdo führt sie ausdrücklich als Premium-Merkmal.
Das ist der Punkt, an dem es für Betriebe kippt. Eine Adresse mit fremdem Firmennamen darin schreibt man nicht auf einen Transporter, ein Kunde tippt sie am Telefon nicht mit, und auf einer Rechnung sieht sie nach Provisorium aus. Für einen Handwerksbetrieb in Schortens ist das kein Schönheitsfehler, sondern der Grund, warum die Seite keine Anfragen bringt.
Grenze 2: Werbung des Anbieters
Werbefreiheit ist bei Jimdo ein Merkmal der bezahlten Tarife. Im Free-Paket bleibt der Hinweis des Anbieters stehen, und zwar auf jeder Unterseite. Besucher lesen daraus, dass in die Seite kein Geld geflossen ist, und schließen daraus manchmal mehr, als Ihnen lieb ist.
Grenze 3: Fünf Unterseiten
Free deckelt bei fünf Unterseiten. Start, Leistungen, Über uns, Kontakt, Impressum: damit ist das Paket voll, und die Datenschutzerklärung braucht schon die sechste.
Für örtliche Betriebe wiegt das schwer, weil in der Suche eine eigene Seite je Leistung deutlich mehr bringt als eine Sammelseite. Genau diese Struktur passt nicht in fünf Seiten.
Grenze 4: Erweiterte SEO-Einstellungen fehlen
Jimdo listet die erweiterten SEO-Einstellungen im Free-Paket als ausgeschlossen. Sie können also an dem, was Google über Ihre Seiten erfährt, nur eingeschränkt arbeiten. Wer die Seite gefunden werden lassen will, sitzt hier vor einer verschlossenen Tür.
Grenze 5: Der Umzug ist die eigentliche Rechnung
Solange Sie bleiben, kostet es nichts. Der Preis fällt an, wenn Sie gehen wollen. Eine Jimdo-Seite lässt sich nicht als fertige Website zu einem anderen Anbieter mitnehmen, weil Aufbau und Gestaltung im System des Anbieters stecken.
Was Sie mitnehmen: Ihre Texte und Ihre Bilder, notfalls durch Kopieren. Was Sie verlieren: Struktur, Aussehen und die Suchmaschinen-Historie der alten Adressen. Weil im Free-Tarif ohnehin nur fünf Seiten möglich sind, hält sich der Schaden hier in Grenzen. Er wächst mit jedem Jahr im bezahlten Tarif.
Für wen der Gratis-Tarif richtig ist
Er lohnt sich in drei Fällen, und das sind keine schlechten Fälle:
- Sie wollen ausprobieren, ob Sie mit einem Baukasten zurechtkommen, bevor Sie zahlen. Das Upgrade ist laut Anbieter jederzeit möglich
- Die Seite ist ein privates Projekt, ein Verein oder ein Hobby ohne Geschäftsabsicht
- Sie brauchen kurzfristig etwas Sichtbares, und die richtige Seite kommt später
Für wen er nicht reicht
Sobald über die Seite Aufträge kommen sollen, brauchen Sie eine eigene Domain und eine E-Mail-Adresse mit Ihrem Namen darin. Damit sind Sie im bezahlten Bereich, und dort lohnt der Vergleich mit anderen Wegen wieder.
Unser Rat an Betriebe, die noch nicht wissen, wohin es geht: Registrieren Sie die Domain sofort selbst, für 5 bis 20 Euro im Jahr, und zwar auf den eigenen Namen. Dann gehört Ihnen wenigstens die Adresse, egal wo die Seite später läuft.
