Was in jedem Server-Log steht
Jeder Webserver schreibt automatisch mit, auch ohne Analysewerkzeug. In diesen Protokollen steht pro Aufruf ungefähr das:
- Ihre IP-Adresse
- Datum und Uhrzeit auf die Sekunde
- Welche Seite oder Datei abgerufen wurde
- Browser und Betriebssystem (der sogenannte User-Agent)
- Die Seite, von der Sie kamen (Referrer), sofern übermittelt
Was die IP-Adresse verrät und was nicht
Sie verrät den ungefähren Standort, meist die Stadt oder die Region, und den Internetanbieter. Bei Privatanschlüssen wird sie von den meisten deutschen Anbietern regelmäßig neu vergeben, oft alle 24 Stunden.
Sie verrät nicht Ihren Namen. Welcher Anschluss zu welcher IP gehörte, weiß nur Ihr Internetanbieter, und der gibt es nur an Ermittlungsbehörden mit richterlicher Anordnung heraus. Ein normaler Seitenbetreiber hat diesen Weg nicht.
Eine Ausnahme gibt es: Firmennetze. Größere Unternehmen und Behörden haben feste IP-Adressen, die öffentlich der Organisation zugeordnet sind. Ein Betreiber kann dann sehen, dass jemand aus dieser Firma da war, aber nicht, wer.
Was Analysewerkzeuge zusätzlich zeigen
Mit Google Analytics, Matomo oder ähnlichen Diensten sieht ein Betreiber deutlich mehr: welchen Weg Sie durch die Seite genommen haben, wie lange Sie auf jeder Seite waren, wie weit Sie gescrollt haben, welche Bildschirmgröße Ihr Gerät hat, ob Sie schon einmal da waren.
Wiedererkennung läuft über Cookies oder ähnliche Kennzeichen im Browser. Das ist eine Nummer ohne Namen. Löschen Sie die Browserdaten oder surfen Sie im privaten Fenster, ist die Verbindung weg.
In Deutschland dürfen solche Werkzeuge erst nach Ihrer aktiven Einwilligung laufen. Wer im Cookie-Banner ablehnt und es funktioniert korrekt, wird auch nicht erfasst. Ob es korrekt funktioniert, kann man von außen schwer prüfen.
Wann aus anonym doch identifiziert wird
In diesen Fällen weiß der Betreiber, wer Sie sind:
- Sie melden sich mit einem Konto an
- Sie schicken ein Formular mit Namen oder E-Mail ab
- Sie klicken in einer Newsletter-Mail auf einen Link, der eine persönliche Kennung enthält
- Sie kommen von einer Werbe-Mail, die genau für Sie erstellt wurde
- Sie waren schon einmal als angemeldeter Nutzer da und das Cookie liegt noch im Browser
Der häufigste Irrtum: LinkedIn und Xing
Bei beruflichen Netzwerken sehen Profilinhaber namentlich, wer ihr Profil besucht hat. Das ist eine Funktion dieser Plattformen, keine Eigenschaft des Internets. Viele übertragen diese Erfahrung auf normale Websites, wo sie nicht zutrifft.
Auf einer gewöhnlichen Firmenwebsite bleibt ein Besuch anonym, solange Sie nichts von sich preisgeben. Sie können bei der Konkurrenz vorbeischauen, ohne dass dort jemand Ihren Namen liest.
Wenn Sie weniger Spuren hinterlassen wollen
Ein privates Browserfenster hilft gegen Wiedererkennung über Cookies, verbirgt die IP-Adresse aber nicht. Dafür bräuchte es ein VPN oder den Tor-Browser.
Im Cookie-Banner konsequent ablehnen verhindert die Analysewerkzeuge, nicht aber das Server-Log. Ganz spurlos ist Surfen nicht. Für den Normalfall gilt trotzdem: Der Betreiber sieht eine Zahl in einer Statistik, keinen Menschen mit Namen.
