Recht & TechnikVeröffentlicht am 7 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze
- Nahezu jede gewerbliche oder geschäftsmäßige Internetseite benötigt in Deutschland eine vollständige Anbieterkennzeichnung.
- Das Impressum muss von jeder Unterseite aus mit maximal zwei Klicks leicht auffindbar und unmittelbar erreichbar sein.
- Zu den Mindestangaben zählen der vollständige Name, eine ladungsfähige Anschrift sowie zwei direkte Kontaktwege wie E-Mail und Telefon.
- Je nach Rechtsform und Branche kommen Pflichtangaben wie Handelsregisternummer, Umsatzsteuer-ID oder berufsrechtliche Kammerzugehörigkeiten hinzu.
- Reine Textmuster sollten nie ungeprüft übernommen werden, da fehlerhafte Platzhalter ein häufiger Abmahngrund sind.
Ist ein Impressum auf Webseiten Pflicht?
Ja, sobald eine Webseite geschäftsmäßigen Zwecken dient, greift die gesetzliche Pflicht zur Anbieterkennzeichnung nach Paragraf 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes. Der Begriff der Geschäftsmäßigkeit ist im deutschen Recht sehr weit gefasst. Er greift nicht erst dann, wenn über die Seite direkt Waren verkauft werden, sondern bereits bei einer reinen Präsentation von Dienstleistungen oder Werbebannern.
Wer als Handwerker in Oldenburg oder als Kanzlei in Wilhelmshaven seine Leistungen online vorstellt, betreibt ein geschäftsmäßiges Angebot. Selbst einfache Portfolio-Seiten, Blogs mit Partnerlinks oder Vereinsseiten mit Sponsorenlogos fallen unter diese Regelung.
Eine rechtssichere Website setzt daher an erster Stelle ein korrektes Impressum voraus. Reine private Homepages, die ausschließlich Familienfotos ohne jede Gewinnerzielungsabsicht oder Werbeeinblendung teilen, sind theoretisch ausgenommen. In der Praxis stufen Gerichte Seiten jedoch sehr schnell als geschäftsmäßig ein, weshalb eine Kennzeichnung fast immer ratsam ist.
Welche Pflichtangaben gehören zwingend in das Impressum?
Jedes Impressum muss klare Basisdaten enthalten, die eine Kontaktaufnahme ohne Hürden ermöglichen. Bei Einzelunternehmen sind dies der ausgeschriebene Vor- und Zuname des Inhabers. Fantasienamen oder reine Markenbezeichnungen ohne Nennung der natürlichen Person genügen nicht.
Dazu kommt eine ladungsfähige Postadresse mit Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort. Ein Postfach reicht vor Gericht nicht aus. Für die schnelle elektronische Kontaktaufnahme verlangt das Gesetz neben der E-Mail-Adresse eine Telefonnummer. Ein reines Kontaktformular genügt den gesetzlichen Vorgaben für einen zweiten schnellen Kommunikationskanal im Streitfall meist nicht.
Juristische Personen wie eine GmbH, UG oder AG müssen zusätzlich ihre Rechtsform, die vertretungsberechtigten Geschäftsführer und das zuständige Registergericht samt Registernummer nennen. Wer eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer besitzt, muss diese angeben. Die normale Steuernummer vom Finanzamt gehört aus Datenschutzgründen dagegen nicht ins Netz.
- Vollständiger Name des Inhabers oder der vertretungsberechtigten Personen
- Ladungsfähige Anschrift (keine Postfachadresse)
- E-Mail-Adresse und Telefonnummer zur direkten Kontaktaufnahme
- Handelsregister, Vereinsregister oder Genossenschaftsregister samt Registernummer
- Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder Wirtschafts-Identifikationsnummer (falls vorhanden)
- Zulassungsbehörde und Kammerangaben bei reglementierten Berufen
Kostenloser Webdesign-Entwurf für Ihren Betrieb in Ihrer Region
Sie müssen keine Katze im Sack kaufen. Wir bauen Ihnen einen Entwurf Ihrer neuen Website, und Sie sehen sich das Ergebnis in Ruhe an, bevor Sie irgendetwas entscheiden. Gefällt er Ihnen nicht, war es das, und Sie haben nichts bezahlt.
- Entwurf Ihrer neuen Website, gebaut von Hand statt aus dem Baukasten
- Erst ansehen, dann entscheiden, ohne Verkaufsgespräch
- Texte und Bilder liefern wir, wenn Sie keine haben
Der Entwurf ist kostenlos. Geht die Seite online, beginnt der technische Betrieb mit 12 Monaten Laufzeit. Alle Bedingungen stehen auf der Seite Kostenlose Webseite.

Sonderregeln für Freiberufler, Kammerberufe und Handwerk
Für bestimmte Berufsgruppen gelten erweiterte Informationspflichten, die über die Standardangaben hinausgehen. Dazu gehören insbesondere Ärzte, Rechtsanwälte, Architekten und Steuerberater, deren Berufe einer staatlichen Zulassung oder Kammeraufsicht unterliegen.
Bei solchen Tätigkeiten müssen die gesetzliche Berufsbezeichnung und der Staat genannt werden, in dem diese verliehen wurde. Zudem sind die zuständige Aufsichtsbehörde, die zuständige Kammer sowie die exakten berufsrechtlichen Regelungen aufzuführen. Für eine Praxis erklärt unser Beitrag zu Webseiten für Ärzte und Praxen die branchenspezifischen Anforderungen im Detail.
Auch das klassische Handwerk muss aufpassen. Wer in einem zulassungspflichtigen Handwerk eingetragen ist, sollte die Handwerkskammer benennen. Für Kanzleien gelten noch strengere Informationspflichten, die wir gesondert unter Webseiten für Steuerberater und Kanzleien beleuchten.
Wo und wie muss das Impressum platziert sein?
Das Gesetz verlangt, dass die Angaben leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sind. In der Praxis hat sich hierfür die sogenannte Zwei-Klick-Regel etabliert. Ein Besucher muss von jeder beliebigen Unterseite aus mit maximal zwei Klicks das Impressum öffnen können.
Am sichersten ist die Platzierung eines festen Links im Fußbereich der Homepage. Der Linktext sollte unmissverständlich formuliert sein. Begriffe wie „Impressum“ oder „Anbieterkennzeichnung“ sind rechtlich sicher und für jedermann verständlich. Verschachtelte Bezeichnungen wie „Informationen“ oder das Verstecken hinter Menüpunkten wie „Kontakt“ führen regelmäßig zu Beanstandungen.
Das Impressum darf außerdem nicht durch Cookie-Banner oder andere Popups verdeckt werden. Wenn wir bei Nordseehelden Internetauftritte im Rahmen moderner Webentwicklung umsetzen, verankern wir diesen Link standardmäßig fix im globalen Footer. So bleibt er auch auf mobilen Geräten stets mit einem Fingertipp erreichbar.
Gilt das deutsche Recht auch auf englischen Webseiten?
Betreibt ein in Deutschland ansässiges Unternehmen eine englischsprachige Webseite, gilt die Impressumspflicht unverändert. Das anwendbare Recht richtet sich nach dem Sitz des Anbieters, dem sogenannten Herkunftslandprinzip. Wer seinen Firmensitz in Schortens, Varel oder Bremen hat, muss auch auf der englischen Version der Seite ein vollständiges Impressum bereitstellen.
Dabei reicht es oft nicht, den deutschen Text eins zu eins beizubehalten, wenn sich das Angebot gezielt an ein internationales Publikum richtet. Die Begriffe und rechtlichen Angaben sollten verständlich ins Englische übersetzt werden, etwa durch Bezeichnungen wie „Legal Notice“ oder „Site Notice“ im Footer. Die Vertretungsverhältnisse und Handelsregisterdaten bleiben dabei natürlich auf das deutsche Register bezogen.
Wer für internationale Kunden ein Angebot plant, findet weitere Orientierung in unserem Leitfaden für eine Webseite für Selbstständige. Bei Firmen mit grenzüberschreitendem Warenverkauf sind zusätzlich verbraucherschutzrechtliche Bestimmungen des Ziellandes zu beachten.
Welche Vorgaben gelten für Vereine und Privatpersonen?
Ein gemeinnütziger Verein ist kein Wirtschaftsbetrieb, unterliegt auf seiner Internetseite aber fast denselben Pflichten. Das gilt schon deshalb, weil ein Verein in der Regel dauerhaft am digitalen Rechtsverkehr teilnimmt und Beiträge oder Spenden einwirbt. Das Impressum einer Vereinsseite muss den vollständigen Namen des Vereins laut Registereintrag inklusive des Zusatzes „e. V.“ nennen.
Zusätzlich sind die Vertretungsberechtigten aufzuführen, meist der Vorstand nach Paragraf 26 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Fehlt das Vereinsregister oder das zuständige Amtsgericht, liegt bereits ein formaler Verstoß vor. Ein gesonderter Blick lohnt sich hier auf allgemeine Grundlagen unter was muss auf eine Homepage.
Privatpersonen, die ein reines Online-Tagebuch ohne Werbung oder geschäftlichen Hintergrund betreiben, sind zwar von Paragraf 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes befreit. Veröffentlichen sie jedoch journalistisch-redaktionell gestaltete Inhalte, greift Paragraf 18 des Medienstaatsvertrags. Dann muss zumindest ein Verantwortlicher mit Namen und Wohnsitz genannt werden. Da die Grenze zur Geschäftsmäßigkeit fließend ist, schützt ein schlichtes Impressum oft vor bösen Überraschungen.
Impressum erstellen: Gefahren durch Vorlagen und Generatoren
Viele Betreiber greifen beim Erstellen auf eine kostenlose Vorlage oder einen Online-Generator zurück. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, solange die Eingaben mit großer Sorgfalt erfolgen. Ein häufiger Fehler besteht darin, generierte Platzhaltertexte unbemerkt im Quellcode stehenzulassen oder veraltete Gesetzestexte zu zitieren.
Besonders riskant sind Vorlagen, die noch auf das alte Telemediengesetz verweisen. Dieses wurde im Mai 2024 durch das Digitale-Dienste-Gesetz abgelöst. Eine solche falsche Gesetzesbezeichnung führt zwar nicht automatisch zu einer Abmahnung, zeigt aber mangelnde Aktualität und Sorgfalt. Ein generierter Text muss zwingend zu Ihrer konkreten Rechtsform passen.
Wer einen Onlineshop betreibt, muss zusätzlich Hinweise zur Streitschlichtung und spezielle Pflichtinformationen einbinden. Mehr dazu erläutern wir in unserem Ratgeber Online-Shop rechtssicher machen. Vor dem Livegang empfiehlt sich immer die Kontrolle durch einen spezialisierten Anwalt oder einen rechtlichen Dienstleister.
Regeln für Nachbarländer: Österreich und die Schweiz
Wer Kunden in Österreich oder der Schweiz anspricht, trifft auf verwandte, aber im Detail abweichende Bestimmungen. In Österreich richtet sich die Kennzeichnungspflicht nach dem E-Commerce-Gesetz und der Gewerbeordnung. Österreichische Unternehmen müssen neben Firmenbuchnummer und Firmenbuchgericht oft auch die zuständige Wirtschaftskammer und anwendbare Gewerbevorschriften angeben.
In der Schweiz gilt das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Schweizer Webseitenbetreiber müssen klare Angaben über ihre Identität und eine Kontaktadresse inklusive E-Mail-Adresse bereitstellen. Das Schweizer Recht ist an einigen Stellen schlanker als die Richtlinien der Europäischen Union, fordert für Onlineshops aber ebenso Transparenz über Preise und Vertragsschritte.
Richtet sich ein deutsches Unternehmen mit seinem Angebot aktiv an Verbraucher in diesen Ländern, greift bei Streitigkeiten unter Umständen das dortige Verbraucherrecht. Eine saubere, vollständige Anbieterkennzeichnung nach deutschem Standard deckt jedoch die meisten Kernanforderungen der Nachbarländer bereits solide ab.
Impressum auf der WebseiteAnbieterkennzeichnungDigitale-Dienste-GesetzImpressumspflichtRechtssichere HomepagePflichtangaben Webdesign
Geschrieben von der Redaktion der Webdesign-Agentur Nordseehelden aus Wilhelmshaven. Preise und Pakete stehen verbindlich auf der Seite Preise, Unternehmensangaben unter Fakten.
